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Sehnsucht nach der Abhängigkeit

Die Suche nach Selbstsicherheit, das Hoffen auf Nähe, der Wunsch endlich loszulassen.
Ist die innere Leere zu groß, kann aus dem Sehnen Sucht werden.
 
Das Rätsel der Abhängigkeit
 
Was ist Sucht?
Wie so häufig finden wir die Antwort im Gehirn. Hier entscheidet sich, ob wir eine bestimmte Handlung für ohnenswert halten oder nicht. Der Neurotransmitter Dopamin, oft auch "Glückshormon" genannt, signalisiert dem Körper, aktiv zu werden. Er dockt im körpereigenen Belohnungssystem, dem mesolimbischen System, an – das auch als „Sitz der Gefühle“ bezeichnet wird. Hier werden daraufhin körpereigenen Opiate freigesetzt, wie beispielsweise Serotonin, die uns „gute Gefühle“ bescheren. Das Gefährliche an Stoffen wie Kokain, Alkohol, Nikotin und selbst Beruhigungsmitteln: Sie können genau das Gleiche. Direkt oder indirekt beeinflussen sie unsere Hormone und täuschen damit unser System für Genuss.
 
Wer ist süchtig?
Doch wer wird abhängig? Suchtforscher fassen die Risikofaktoren für Sucht im Bio-Psychosozialen Modell zusammen: So gilt die biologische Vorbelastung bei Kindern von Alkoholikern beispielsweise als bewiesen. Genetisch bedingt vertragen solche Menschen einfach mehr. Dadurch ist ihr Risiko, alkoholkrank zu werden, um ein bis zu Sechsfaches größer. Natürlich spielt auch die Vorbildfunktion der Eltern eine entscheidende Rolle: Kinder lernen früh, ob gewisse Stoffe wie Alkohol oder Zigaretten nicht allein zum Genuss, sondern als Stimmungsaufheller oder emotionaler Lückenbüßer dienen. Hat ein Kind nicht gelernt, sich seinen Problemen zu stellen und diese durch eigene Anstrengung zu lösen, läuft es große Gefahr, es seinen Eltern gleichzutun.
 
Warum werden wir süchtig?
Wem schmeckte schon das erste Glas Bier oder die erste Zigarette? Meist müssen junge Menschen erste einen angeborenen Widerwillen überwinden und wieder und wieder zu Tabak oder Alkohol greifen, bis der Geschmack zur Gewohnheit wird. Das Fatale daran: Auch ihr Gehirn gewöhnt sich an die Wirkung. 
 
Wovon wird man süchtig?
Im Grunde von allem. Sucht hängt nicht nur von einem Stoff ab. Im Gegenteil: Die Fokussierung auf stoffgebundene Abhängigkeit lässt oft vergessen, dass die eigentlicht Süchtigkeit im Handeln und Erleben besteht. Alle Verhaltensweisen, die kurzfristig, mit einem Lustgewinn zusammenhängen, da sie bestimmte Neurotransmitter im Gehirn ansprechen, können süchtig machen. Unser Gehirn lässt sich auf jeden starken Reiz programmieren. So lassen sich auch das unstillbare Verlangen nach einem Kaufrausch, das zwanghaft Bedürfnis immer weiter abzunehmen oder einer unkontrollierbare Drang zum Glückspiel erklären. Abhängikeit ist eine Art chemische Selbststeuerung: Das Gehirn wird so manipulliert, dass Lust ensteht. Die meisten Süchtigen scheitern bei einem Entzug eher am psychischen Mangelzustand als an körperlichen Entzugserscheinungen. Entscheidend für einen erfolgreichen Entzug ist weniger das Suchtpotenzial der Droge als die Motivation der Abhängigen.
 
 

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Sucht von der alltäglichen Abhängigkeit